Vier Wochen Radiant Photo – und weiterhin voll überzeugt!

In den Medien ist es um die Software ruhig geworden. Die Influencer von YouTube und die einschlägigen Fotoseiten haben das Programm getestet und sind wemig in die Tiefe gegangen. Insgesamt sind die Einschätzungen überwiegend positiv. Jedoch bezweifle ich, dass jemand in der Lage ist nach ein, zwei Testtagen das Potenzial von Radiant Photo voll zu erkennen. Was sind meine Erfahrungen nach knapp einem Monat? (Wobei ich nicht den Anspruch erhebe alle Feinheiten des Programmes inzwischen zu kennen oder zu verstehen.)

Was ist Radiant Photo ?

Radiant Photo setzt zunächst auf eine schnelle Bildoptimierung mit künstlicher Intelligenz. Dabei wird die „Perfectly Clear“-Technologie verwendet. Mit einem Klick sorgt Radiant Photo für lebensechte Farben, realistische Details und ein natürliches Licht. Für mich war wichtig, dass die Änderungen (meist) dezent und nicht übertrieben sind, in die Richtung gehen, wie ich meine Bilder oft bearbeite und die Bildwirkung unterstützen.

Für viele User ist diese automatische Bildkorrektur sicher schon ausreichend und es wurde viel Zeit bei der Bildbearbeitung gespart.

Darüber hinaus bietet die Software spezielle Looks und Smart Presets an. Ich setze jedoch, wenn notwendig, auf die Bearbeitung im erweiterten Modus. Hier gibt es eine Vielzahl individueller Bearbeitungsmöglichkeiten.
Ein Hauptargument für Radiant Photo ist sicher die Optimierung/Bearbeitung von Gesichtern. Bei meinen Motiven ist das weniger von Interesse, s.d. ich hier kaum ins Detail gehen kann. Ich habe dennoch anhand von einigen Portraits probiert und war erstaunt was da möglich ist. Doch wie gesagt, hier fehlt mir der Vergleich zu dem was andere da anbieten.
Bei der Mehrzahl der Regler weiß derjenige, der Grundkenntnisse in der Bildbearbeitung hat, welche Veränderungen im Bild zu erwarten sind. (Belichtung, Farbtemperatur, Sättigung, Kontrast… ). Darüber hinaus sind gibt es Schieberegler, deren Wirkung auf das Bild sich vom Namen des Reglers her nicht erschließt, zumindest mir nicht. (Superkontrast, Lichtstreuung, Tiefe, Farbtreue) Hier hilft ein Blick ins Handbuch, aber auch dort wird oft nur der Effekt beschrieben, was die eigentlichen Stellschrauben sind, wird nicht verraten. Es bleibt dann nur Try&Error. Mit der Zeit kennt man aber deren Wirkungsweise und weiß diese zu schätzen.

Hervorheben möchte ich noch die Möglichen die die Verlaufsfilter bieten. Ich finde, das ist perfekt gelöst. Die ausgewählten Bildbereiche können in Form, Größe und Lage im Bild beliebig positioniert werden. Die Bearbeitungsmöglichkeiten für markierte und nicht markierte Bereiche sind enorm. Für mich ein wesentliches Tool zur Bildgestaltung in Radiant Photo.

Was ist Radiant Photo nicht ?

Radiant Photo ist kein Ersatz für Photoshop oder RAW Konverter wie Lightroom oder Capture One. Es ist eine interessante Ergänzung zu diesen Programmen, mit der sich viel Zeit einsparen lässt.
Radiant Photo passt nicht für jedes Motiv. Wer als Gestaltungsmittel geringe Farbkontraste oder wenig gesättigte Farben benutzt, findet mit Radiant Photo nicht das ideale Programm, denn Radiant Photo optimiert die Bilder in genau die entgegengesetzte Richtung.

Was im RAW Konverter erledigt werden sollte

Sind Trapezkorrekturen notwendig oder ist der Horizont auszurichten, sollte dies vor dem Einsatz von Radiant Photo geschehen. Das betrifft auch einen exakten Weißabgleich. Ich habe mir angewöhnt bereits im RAW Konverter auch die Korrektur der Lichter vorzunehmen, so dass ausreichend Zeichnung in den hohen Tonwertbereichen vorhanden ist, da die Bildoptimierung von Radiant Photo in der Regel mit einem Tonwertzuwachs verbunden ist. Und da ist es passiert, dass die Details in diesen Bildbereichen verschwunden waren. Radiant Photo kommt mit einem eher unterbelicheten Foto besser aus als mit einem überbelichteten.

Fotos, bei denen ein Rauschen bereits im RAW Konverter zu erkennen ist, sollten vor der Übergabe an Radiant Photo mit einem geeigneten Tool entrauscht werden. Radiant Photo bietet zwar die Möglichkeit ein Rauschen zu entfernen. Die automatische Bildoptimierung von Radiant Photo verstärkt das Rauschen jedoch zum Teil enorm. Also besser entrauschte Bilder optimieren.

Um das Potenzial der Software voll ausnutzen zu können, sollte der Export vom RAW Konverter als 16 Bit Datei erfolgen.

Wie funktioniert Radiant Photo?

Eine umfassende Bildanalyse optimiert das Bild mit der „Perfectly Clear“-Technologie.

Zielgrößen sind:

– strahlende aber dennoch realistisch wirkende, natürliche Bilder
– Bilder mit „gutem“ Kontrast


Die Bilder werden optisch aufgewertet.

Wer es „scharf und knackig“ will, ist mit Radiant Photo allerbestens beraten. Sollte das Optimierungsergebnis mal zuviel des Guten sein, lässt sich der Effekt aber in jedem Fall reduzieren, so dass nur sehr dezente Veränderungen im Bild zu sehen sind. Jedem nach seinen Geschmack.

Wie die „Perfectly Clear“-Technologie das im Detail macht, bleibt ein Geheimnis der Entwickler. Optimiert wird mittels Kontrast und Farbe (Farbton, Sättigung, Helligkeit) und das in einer Art und Weise, die viel Know How in der Bildbearbeitung voraus setzt. Gleiche Ergebnisse kann man natürlich auch mit den Platzhirschen Photoshop und Lightroom erreichen, nur das setzt eine entsprechendes Grundwissen voraus und dauert viel länger.

Wie ist der Support?

Fragen werden umgehend beantwortet. Die Wünsche der User gehen in die Updates ein. Das kann sicher als vorbildlich bezeichnet werden.

1 Kommentar zu „Bilanz nach 4 Wochen Radiant Photo Praxis“

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